Wenn Sie Wasser trinken möchten – welche Art wählen Sie?
- aus dem Wasserhahn
- aus der Flasche
- aus einer natürlichen Quelle
Die meisten Menschen bevorzugen Flaschenwasser, weil sie es für sicher halten.
Doch 2018 zeigten groß angelegte Untersuchungen von Trinkwasser auf allen Kontinenten, dass mehr als 80 % der Proben Mikroplastik enthalten. Es stellte sich heraus, dass die meisten Reinigungsmethoden gegen diese Art der Verschmutzung nicht wirksam sind. Sogar in Meersalz wurden mikroskopisch kleine Plastikpartikel gefunden! Wir atmen sie mit Staub ein, sie befinden sich im Boden und damit in unserer gesamten Umwelt.
Was ist Mikroplastik und warum ist es gefährlich?
Unter Mikroplastik versteht man Kunststoffpartikel von 1 Nanometer bis maximal 5 Millimeter Größe. Manche sind sichtbar, andere praktisch unsichtbar – aber alle können uns beeinflussen.
Mikroplastik gelangt über Getränke und Lebensmittel in unseren Körper: Plankton nimmt es auf, Fische fressen das Plankton – und wir wiederum essen diese Fische. Schätzungen zufolge nimmt jemand, der regelmäßig Meeresfrüchte verzehrt, rund 11.000 Mikropartikel Plastik pro Jahr auf.
Wissenschaftler äußern sich noch vorsichtig zu den direkten Auswirkungen auf den menschlichen Körper, da das Problem erst seit kurzem erforscht wird. Doch die Tatsache, dass die Umwelt mit einem nahezu unzerstörbaren synthetischen Stoff belastet ist, ist alarmierend.
Beispiele:
- Mikroorganismen siedeln sich auf Mikroplastikpartikeln im Ozean an. Diese „Bewuchsorganismen“ können in Gebiete gelangen, wo sie das natürliche Gleichgewicht stören.
- Tiere, für die Mikroplastik ein Teil der Nahrung geworden ist, leiden unter Mangelernährung oder Fortpflanzungsproblemen.
- Auf den Oberflächen der Partikel lagern sich Schwermetalle und andere Schadstoffe ab. Gelangen solche „belasteten“ Partikel in den Körper, verstärkt sich die Wirkung der Gifte und es kann zu chronischen Krankheiten kommen.
Woher stammt Mikroplastik?
Wir selbst sind die Quelle, wenn wir Produkte aus Plastik und synthetischen Fasern verwenden. Die Haltbarkeit von Polymeren – ihr Vorteil – erweist sich gleichzeitig als Nachteil.
- Plastikmüll zerfällt in Boden und Gewässern über die Zeit zu Mikroplastik und bleibt dort für Jahrhunderte.
- Synthetische Kleidung verliert beim Waschen Mikrofasern, die ins Abwasser gelangen.
- Alltagsgebrauch: Plastikgegenstände zerfallen, Autoreifen nutzen sich ab.
- Feuchttücher sind eine unerwartete Quelle, da sie auf synthetischen Fasern basieren.
- Kosmetikprodukte wie Zahnpasten, Peelings, Shampoos oder Lippenstifte enthalten oft Mikroplastikpartikel (z. B. Acrylates Copolymer, Polyethylen, Nylon-12, PET, PP), die nach dem Abspülen in Meere und Böden gelangen.
Mikroplastik vermeiden – was kann jeder von uns tun?
Mikroplastik wird in den kommenden Jahrzehnten nicht verschwinden. Aber wir können seine Verbreitung verlangsamen.
- Wegwerfplastik vermeiden: keine Einweggeschirre, Wattestäbchen aus Plastik, Feuchttücher oder Teebeutel mit Plastikanteil verwenden. Es gibt umweltfreundliche Alternativen.
- Recycelbare Kunststoffe wählen: so verzögert man die Entstehung von Mikroplastik.
- Kosmetik ohne Mikroplastik kaufen: auf Inhaltsstoffe achten (AC, PE, Nylon, PU, PET, PP) und auf Öko-Siegel setzen.
- Natürliche Stoffe bevorzugen: Spezielle Waschbeutel fangen Mikrofasern auf, doch der Staub muss entsorgt werden. Kleidung aus Naturfasern ist die bessere Wahl.
Natürlich können wir nicht völlig auf Plastik verzichten. Aber wir können bewusster entscheiden, wo Alternativen sinnvoll sind.
Mikroplastik ist unsichtbar – seine Folgen sind es nicht. Suchen wir gemeinsam nach ökologischen Lösungen!